Von Düngung zu Pflanzenentwicklung

In aller Kürze

Sauerstoff wird nicht klassisch gedüngt, somit gibt es hier auch keine Zusammenfassung zum Element.

Belüftung des Bodens

"Düngung", bzw. aerobe Prozesse fördernde Kulturtechniken

Aerobe Umsetzungsprozesse fördern die "Lebendigkeit" der Ackererde, weil Umsetzungsprozesse letzlich Brennprozesse sind. Kulturtechniken, welche sowohl die Sauerstoffversorgung der Pflanzen als auch des Bodenlebens fördern, fallen nach "klassischem" Verständnis nicht unter "Düngung".

Mit den folgenden Maßnahmen bekommt man mehr O2 in den Boden und damit an die Wurzeln und auch an das atmende Edaphon.

Test: Wenn man ein Messer mit einer 15 cm langen Klinge fallen lässt und die Klinge vollständig in den Boden eindringt, ist die Bodenstruktur perfekt.

  • Verschlämmte Beetflächen hacken.
  • Mulchen um einer erneuten Verschlämmung vorzubeugen.
  • Boden tiefgründig lockern, etwa mit Sauzahn oder Grabgabel, möglichst wenig oder nur flach den Boden wenden.
  • Einbringen von Kompost und anderen Produkten mit Huminsäuren zur Verkittung der Bodenteilchen: Schaffung einer stabilen Krümelstruktur (dann muss auch nicht mehr umgegraben werden).
  • Mit mehreren Kompostmieten arbeiten, d.h. eine beschicken, die andere reifen lassen (dauert 12 – 24 Monate).
  • Wachsenden Kompost schichten: abwechselnd grobe und feine Materialien, nur wenig frischen Rasenschnitt verwenden (sonst entstehen glitschige, schimmelnde und faulende Schichten).
  • Reifenden, mind. 3 Monate alten, Kompost erstmalig wenden, bzw. umsetzen: zwingend nach dem Winter, ggf. ein weiteres Mal im Sommer während das Bodenleben aktiv ist.
Beziehung zwischen Luft und Raum

Sauerstoff ist ja ein Gas und als solches nimmt es mühelos nahezu jeden "Raum" ein. So könnte man jedenfalls eine hypothetische Beziehung von Oxygen zum dreidimensionalen Raum herstellen.

Früher, als das chemische Element noch nicht bekannt war, sprach man einfach von Luft als "aristotelisches Element". In vielen Redewendungen. wird ebenfalls ein Bezug zwischen Luft, Sauerstoff-Atmung und Raum hergestellt: So brauchen wir "Platz zum Atmen" und "Situationen", wo die "Luft dünn wird", meiden wir lieber. 

Zum Gärtnern braucht man beides: Raum, bzw. Platz und Luft, ohne Beet, ohne Boden, keine Pflanzenentwicklung und keine Selbstversorgung.

Hilfe bei der Pflanzenentwicklung

Zu Beginn der Domestikation unserer Nutzpflanzen hat man das Saatgut einfach nur ausgestreut, d.h. aus der Hand breitflächig ausgeworfen. Mit der Zeit hat man ein Gefühl dafür entwickelt, was den der beste Abstand zwischen den Kulturpflanzen ist, so dass sie sich am besten entwickeln können.

Auch heute kann man beobachten, dass der Natur entnommene Wildpflanzen (natürlich nicht solche, die unter Schutz stehen!) sich im Garten mit mehr Platz, also ohne Konkurrenz durch Nachbarpflanzen größer und schöner entwickeln.

Und auch heute werden von Forschungseinrichtungen Versuche zu den richtigen Abständen gemacht.

Dabei versucht man den idealen Kompromiss zwischen folgenden Faktoren zu finden:

  • Optimales Wurzelwachstum (geringe Nährstoffkonkurrenz)
  • Optimale Ausbildung der genutzten Pflanzenteile und damit Ertragssteigerung (z.B. der "Kopf" bei Kopfsalat, Knollen bei Kartoffeln Ähren bei Getreide)
  • Optimale Flächenausnutzung und damit Ertragssteigerung
  • Bei Mischkultur: optimale Abstände zum Kulturpartner

In meinen Steckbriefen zu den Arten findet man jeweils Angaben zum Reihenabstand und Abstand in der Reihe.

Da ich mich nicht auf eine bestimmte Sorte beziehe, gebe ich Empfehlungen mit Spielraum, also Von-Bis-Angaben.

Sauerstoff, das erdende Element - süß nicht sauer

Im Weltall ist Sauerstoff das dritthäufigste Element. Es entstand und entsteht wie Kohlenstoff in der 2. Brennphase von Sternen letztlich aus Helium.

Auf der Erde ist es das absolut häufigstes ElementX) . Und trozdem hat sich der Sauerstoff lange Zeit seiner Entdeckung entzogen. Erst ab 1770 gelang es verschiedenen Chemikern das blaue Gas einzufangen. Auch wenn es flüssig ist, erscheint O2 blau.

Antoine Laurent de LAVOISIERI (1743 – 1794) ist für die Chemielehre so bedeutend wie Mendel für die Vererbungslehre oder Linné für die Systematik und Benennung der Lebewesen. Alle drei haben beobachtet, experimentiert und sich nicht von vorgefertigten Ansichten Dritter von ihren Wegen abbringen lassen. Sie haben ihre Thesen (wie der Eremit im Tarotspiel) auf echte wiederholbare und nachweisbare Wissenschaft begründet. Lavoisier hat das erste Periodensystem entwickelt, welches nach und nach bis zum heutigen Tag weiter ausgebaut wird (es werden immer noch neue Elemente entdeckt, bzw. künstlich erzeugt).

Die Bedeutung des Sauerstoffs bei der Verbrennung hat der hervorragende Chemiker Lavoisier nicht einmal 1780, also 10 Jahre nach der Entdeckung, experimentell erarbeitet X) X) . Allerdings hat Lavoisier damit auch entscheidend dazu beigetragen die Vier-Elemente-Lehre zu zerstören, welche seit dem Altertum die Grundlage sowohl für alchemistische Experimente als auch für die Philosophie darstellte. Er zeigte nämlich auf, dass das alchemistische Element Luft, doch noch weiter zerlegbar ist, und zwar in Sauerstoff, Stickstoff und weitere Bestandteile, also die heutigen "echten" chemischen Elemente.

International heißt Sauerstoff "Oxygen", was so viel bedeutet wie "Geburtshelfer für Säure" bzw. "Säurebildner".

Nur aufgrund des Namens habe ich einen Bezug zu den Sauerkleegewächsen hergestellt.

HAUSCHKA (1891 – 1969) ist für mich ein moderner Alchemist, weil er die Elementelehre, wie sie heute von der Wissenschaft anerkannt wird, zur Erklärung seiner Experimente heranzieht. Ihm reicht die mechanisch-technische Herangehensweise aber nicht aus, denn wie die alten Alchemisten  sucht er nach der Verbindung zwischen der geistigen und der materiellen Welt. Er sucht praktisch nach der Absicht dahinter und nach der Bestimmung jenseits der Logik des Periodensystems. Seine Erkenntnisse sind im Werk "Substanzlehre" niedergeschrieben.

Jedoch aufgrund der Bedeutung des Sauerstoffs für alle biologischen Auf- und Umbauprozesse hat Hauschka hundert Jahre nach Lavoisier, als ein Erneuerer der alchemistischen Lehren, den Sauerstoff dann lieber Lebensstoff genannt.

Dabei kann Oxygen auch den Tod bedeuten!

Denn so wichtig Sauerstoff heute für alle atmenden Lebewesen ist, so giftig ist er auch!

Durch die Untersuchung von wirklich uralten eisenhaltigen Sedimenten fanden Geologen heraus, dass die ersten Photosynthese-betreibenden (Cyano-) Bakterien vor 3 bis 2 Milliarden Jahren anfingen unsere Biosphäre mit Sauerstoff anzureichern (über die genauen Zeitangaben streiten die Forscher). Hinzu kam ein Photolyse genannter abiotischer Prozess, bei dem ebenfalls Sauerstoff freigesetzt wurde: dabei trafen Sonnenstrahlen mit enormer Energie auf die großen Wasseroberflächen und spalteten die Wassermoleküle. Heute schützt uns die Ozonschicht vor solch zerstörerischer Energie.

Sowohl im medizinischen Bereich als auch beim Tauchen wird Sauerstoff immer nur verdünnt angewendet! (siehe auch Stickstoff).

Die meisten Lebewesen damals, waren Anaerobier, sie bezogen ihre Energie nicht aus der Atmung. Zu viel Sauerstoffgas war für sie tödlich. Es kam zum ersten großen Massensterben in der Erdgeschichte, der sogenannten Sauerstoffkrise oder Sauerstoffkatastrophe X) X) X) X) . Einige der anaeroben Lebewesen fanden doch "Unterschlupf" und entwickelten sich zu fakultativen Sauerstoffatmern weiter. Sie sind da tätig, wo es schön warm ist, gärt, fault und stinkt, wie etwa in schlecht belüfteten Komposten oder Gülle. Dort beziehen sie ihre Energie z.B. aus dem Nitrat oder Sulfat (siehe auch Schwefel).

Das Ozon

Wie so oft, werden großartige Entdeckungen gar nicht oder spät anerkannt: 1995 hat Paul Josef CRUTZEN hat 25 jahre nach seinen Veröffentlichungen den Nobelpreis bekommen. X)Die Ozonschicht in der Stratosphäre schützt uns und Pflanzen vor "Sonnenbrand".

 

Siehe dazu den Film: "Mission Ozonloch: Wie wir die Erde gerettet haben". Ein Beispiel dafür, dass es mit großen Anstrengungen möglich ist, die Welt zum Positiven zu wandeln.

In den 1990ern Jahren war die Erderwärmung noch wesentlich seltener in den Schlagzeilen, dafür aber das "Ozonloch" umso häufiger.

Und obwohl man seit den 1970er Jahren bereits wusste, wodurch das Schwinden der O3-Schicht verursacht wurde, dauerte es bis zum Jahr 1987, bis man endlich die schädlichen Radikale (z.B. Flurkohlenwasserstoffe) schrittweise verbannte. Seit dem sind 30 Jahre vergangen und trotzdem wird es vermutlich noch weitere 30 Jahre dauern, bis das "Loch" wirklich "geschlossen" sein wird.X) X) .

Und noch eine Skurrilität aus dieser Zeit, die Umweltorganisation Greenpeace half damals mit den ersten FCKW-freien Kühlschrank zu verkaufen. X)

Hoffentlich! Denn 2020 ist die Ozonschicht über der Arktis so dünn wie noch nie X) .

Das Ozon in Bodennähe schädigt unsere Pflanzen gewaltig X) .

Tipp: Der Bayreuther Ozongarten der Uni Bareuth

So wichtig Ozon in den obersten Schichten der Atmosphäre ist, so unnütz ist es, wenn es in der unteren Troposphäre entsteht. Dies ist in den langen, heißen klimaveränderten Sommern vermehrt der Fall. Das extrem starke Oxidationsmittel O3 setzt dem Cholorophyll zu: Die Blätter sehen aus, als ob sie Sommersprossen hätten. Die Schädigungen tauchen zuerst auf der Blattoberseite zwischen den Adern, so lassen sie sich von Pilzkrankheiten unterscheiden, die häufiger auf der Blattunterseite beginnen (Ausnahme Echter Mehltau). Empfindlichen Personen wird geraten, das Haus nicht zu verlassen, sich nicht anzustrengen und die Haut besonders zu schützen. Pflanzen können nicht vor dem Gas flüchten. Eine drastische und sofortige Einstellung aller Stickoxid bildenden Verbrennungsprozesse könnte Abhilfe schaffen, bedeutet aber einen noch größeren Gemeinschaftsakt, als den im Protokoll von Montreal beschlossenen FCKW-Ausstieg.

Luft und Raum

Sauerstoff ist ja ein Gas und als solches nimmt es mühelos nahezu jeden "Raum" ein. So könnte man jedenfalls eine hypothetische Beziehung von Oxygen zum dreidimensionalen Raum herstellen.

Früher, als das chemische Element noch nicht bekannt war, sprach man einfach von Luft als "aristotelisches Element". In vielen Redewendungen. wird ebenfalls ein Bezug zwischen Luft, Sauerstoff-Atmung und Raum hergestellt: So brauchen wir "Platz zum Atmen" und "Situationen", wo die "Luft dünn wird", meiden wir lieber. 

Zum Gärtnern braucht man beides: Raum, bzw. Platz und Luft, ohne Beet, ohne Boden, keine Pflanzenentwicklung und keine Selbstversorgung.