Kulturdatenblatt

Typen und Sortenkunde

Wie ist es mit der Sortenvielfalt 2021 bestellt?

Auf dem europäischen Markt habe ich keine Sorten gefunden. In Übersee (Neuseeland/Australien) kann man Sorten erstehen, z.B. 'Maori' 'X) .

Es gab und es gibt offiziell auch keine Sorten. Spannend wäre, ob Linien aus unterschiedlichen Herkünften sich voneinander unterscheiden lassen.

Weitere Namen und Bezeichnungen

Cooks Spinach, Cook’s cabbage, Botany Bay Spinach, Botany Bay Greens, Sydney Greens, Sea Spinach, Warrigal Spinach, Warrigal Greens; Warrigal Cabbage;
Sprache der Maori: Kokihi, Tutae-ika-moana; Rengamutu; Rengarenga

Ich führe hier hauptsächlich die in Australien und der Südsee verwendeten Namen auf, denn aus ihnen kann man die Wertschätzung für das Kraut ablesen. Die Europäer waren recht phantasielos, also sie die Pflanze einfach nur "Neuseeländer Spinat" in ihrer jeweiligen Landesssprache nannten.

Am Vielversprechendsten ist der Name "Warrigal Green", denn "warrigal" bedeutet "Wild", "Ungezähmt" und war zuerst die Bezeichnung für die Dingo-Wildhunde. Heute steht er für alles nicht ursprünglich angebaute Bushfood der Australier.

X)

Vorfahren und lebende Verwandte

Die Gattung Tetragonia wurde 2017 von Heidrun Hartmann in 55 Arten geordnet X).

Davon ist bis heute nur Tetragonia tetragonioides (früher Tetragonia expansa) weltweit als Gemüse bekannt geworden.

In Chile soll es verschiedene Unterarten geben: solche mit behaarten und andere mit kleineren Blättern. Und in Japan, soll Neuseeländer Spinat verwildert in der Nähe von Siedlungen wachsen. U.a. in Kalifornien steht das Kraut auf der Liste der invasiven Pflanzen.

Auf der Südhalbkugel haben zum Teil noch Tetragonia ovata und Tetragonia trigynia (= T. implexicoma var. chathamica), der kletternde Bower SpinatX) eine gewisse Bedeutung. Die schmalen Blätter, als auch die Beeren der Pflanzen sind essbar.

Kreuzungsmöglichkeiten

Keine, da es keine verwandten Arten oder Sorten bei uns gibt.

Sorten vor 120 Jahren

"Tetragonia expansa" wurde in den Gartenbüchern dieser Zeit allgemein als Sommerspinat angepriesen.

Sorten aus Roter Liste

keine

Sorten für den Bioanbau 2019 von FIBL empfohlen

Nicht einmal die Pflanzenfamilie wird aufgeführt, geschweige denn der Neuseeländer Spinat.

Open-Source-Sorten

leider keine bekannt

Mitglieder in der Slowfood "Arche des Geschmacks"

keine

Sorten mit komischen Namen

'Maori'

Sorten aus fremden Ländern für Jäger und Sammler

'Maori'

Auslesekriterien und Saatgutgewinnung

Während des vegetativen Wachstums
  • Schnelle Keimung
  • Schneller Bestandsschluss
  • Gute Bestockung und Verzweigung ohne Schnitt
  • Haltung und Anordnung der Blätter in Bezug auf Verschmutzung
Während des generativen Wachstums
  • Späte Blüte (da diese den Genuss stört)
  • Frühe Blüte (in Bezug auf Saatgutreife in unseren Breiten)
Nach der Ernte in Genussreife
  • Oxal- und Nitratgehalte
  • Textur und Konsistenz der Blätter
UPOV Test Guideline

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Vorschlag für unkonventionellen Züchtungsansatz
  • Entwicklung einer panaschierten Sorte extra zur Bodendeckung und als Zierpflanze
  • Entwicklung einer Sorte, von der die Samen lange weich bleiben und wie Kapern eingelegt werden können