Kulturdatenblatt

Typen und Sortenkunde

Wie ist es mit der Sortenvielfalt 2021 bestellt?
Weitere Namen und Bezeichnungen
Vorfahren und lebende Verwandte
Kreuzungsmöglichkeiten

TRONICKOVA nennt die Wildform. Apium graveolens var. silvestre.

Angeblich sind sowohl Knollen- als auch Bleichsellerie in Italien im 17. Jahrhundert ausgelesen worden.

In Haitabu (in Schleswig – Holstein) sind so viel Samen gefunden worden, dass man von einem Anbau oder systematischer Sammlung ab 800 n. Chr. ausgegangen werden muss (Körber-Grohne).

Die Römer unterschieden auch schon nach wildem und zahmen Sellerie.

  • Knollen- oder Wurzelsellerie Apium graveolens var. rapaceum
  • Bleich- oder Stangensellerie Apium graveolens var. dulce
  • Schnittsellerie Apium graveolens var. secalinum

Für den Knollensellerie gibt es Sorten für den Sommer- als auch für den Herbstanbau.

Bleichsellerie gibt es in gelben, grünen und rötlichen Sorten.

Rotgelaubte und rotgestielte Formen sind in Amerika bei den Seedsavers erhältlich:

z.B. 'Rosenroter', 'violetter von Tours', 'Red celery', 'Redventure'

Beim Schnittsellerie gibt es keine modernen Sorten. Historisch nannte man sie 'Vielstengliger', 'Krauser', 'Gewöhnlicher Schnittsellerie'. Es ist anzunehmen, dass sich Schnittsellerie mit unterschiedlicher Herkunft optisch unterscheiden lässt.

Sorten vor 120 Jahren

Bleichsellerie: 'Golden self-blanching'; 'goldgelber mit rosa Rippen'; 'White Plume'; 'dickrippiger Pascal Giant'; 'Prince ofWales'
Knollensellerie: 'Apfelsellerie kurzlaubiger', 'Haages kurzlaubiger', 'Erfurter großer', 'Prager Riesensellerie (wird leicht hohl)', 'Hamburger weißer', 'Naumburger Riesensellerie', 'Non plus ultra', 'Riesen-Alabaster', 'Schneeball'

Sorten aus Roter Liste

Bleichsellerie: 'Golden Plume'; 'Suttons Superb Pink'; 'Turner's Incomparable Dwarf White'; 'White Plume'
Knollensellerie: 'Alabaster'; 'Apfel'; 'Apia'; 'Delikateß'; 'Dresdner Markt'; 'Galina'; 'Hilds Neckarland'; 'Magdeburger Markt'; 'Non plus ultra'; 'Oberdörfer'; 'Prager Riesen'; 'Quedlinburger Invictus'; 'Volltreffer'; 'Wiener Markt'

Sorten für den Bioanbau 2017 von FIBL empfohlen

Knollensellerie: 'Balena', 'Markiz F1', 'Monarch', 'President', 'Prinz'
Bleichsellerie: 'Conga F1', 'Mambo', 'Rumba F1', 'Tango F1'

Open-Source-Sorten

leider keine bekannt

Mitglieder in der Slowfood "Arche des Geschmacks"
Sorten mit komischen Namen

keine gefunden

Sorten aus fremden Ländern für Jäger und Sammler

'Red celery', 'Redventure'

Auslesekriterien und Saatgutgewinnung

Merkmale alter Sorten
Während des vegetativen Wachstums
  • Anzahl der gewünschten Nebenknospen (keine bei Knollensellerie, viele bei Schnittsellerie)
  • Blattmorphologie und Farbe, Blattstellung und Winkel, Feinblättrigkeit
  • Knollenstand (Spross-, Wurzel-, Hypokotyl-Anteile)
Während des generativen Wachstums

Knollensellerie: Schießfestigkeit

Nach der Ernte in Genussreife
  • Napfbildung
  • Weiß oder Graukochend (letzteres kann mit einem Schuss Essig verhindert werden)
  • Lagerfähigkeit
  • Form der Knollen mitsamt Nebenwurzeln hinsichtlich Putzaufwand
Nach der Ernte des Saatguts
  • Geschmack der Samen
  • Haltbarkeit der Samen
UPOV Test Guideline

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Vorschläge für unkonventionelle Züchtungsansätze
  • Züchtung von Zwergformen für den modernen Haushalt, deren Laub und Wurzel gleichermaßen genutzt werden kann, etwa von der Größe von Walnüssen bis Äpfeln (WEAVER nennt bereits solche Sorten "Apple-Shaped Celery")
Technisch-Gentechnische Vergewaltigungs- und Forschungsansätze