Erfahrungen aus erster Hand aus Coras Garten

Saatgutgewinnung ganz praktisch

Ich ernte grundsätzlich die kompletten Pflanzen. Ich rupfe sie an sonnigen Tagen aus, wenn ein Teil Flugpappi sichtbar sind und einige Blüten noch gelb sind. Die Pflanzen lasse ich umgedreht in einem Eimer trocknen. Dann schlage ich mit den Blütenständen gegen den Eimerrand, dabei rieseln die Samen aus. Da auch viele unreife Samen so ausgeschlagen werden muss ich unbedingt im Anschluss windsichten. Denn die vollen Samen sind schwerer und fallen bei leichtem Luftzug zurück in den Auffangeimer, während Spreu und taube Samen davongeweht werden. 

Anbautipps für Gärtner und Köche

  • Freiland- und insbesondere Direktsaat-Salat ist gesünder, weil er weniger anfällig für Nitratanreicherung ist, als die unter Glas gezogenen Salate. Zudem bilden die Sämlinge dann eine Pfahlwurzel aus, die sie selbst in Trockenzeiten gut mit Wasser versorgt.
  • Direktsaat-Salat wird eher von den Schnecken gemieden, als Vorgetriebener. Besonders mögen Schnecken Eissalate. Vielleicht zeigen die schleimigen Wächter der Natur damit, dass diese Monstrosität eigentlich nicht mehr alleine lebensfähig ist, da sich diese Weichtiere gewöhnlich als erstes auf alles Welke und Kranke stürzen.
  • Salat ist neben Postilein und Gartenmelde das erste Frühjahrsgemüse welches nach dem Winter ausgepflanzt werden kann. Pflücksalat überseht problemlos Spätfröste bis -5 °C.
  • Als Jungpflanzen überwinterter Salat hat genug Zucker eingelagert, um nicht einzufrieren.
  • Salat muss im Wind flattern, d.h. er wird sehr hoch gepflanzt. Wenn mit Presstöpfchen gearbeitet wird, dann sind diese so in die Erde zu setzten, dass 1cm Rand über dem Beet sichtbar bleibt.
  • Pflücksalate haben die kürzeste Kulturdauer, da sie ja jung verzehrt werden (6 Wochen)
  • Salat ist ein ausgesprochenes Lichtkind, deswegen kann schon ein Glasdach sein Wachstum einschränken.
  • Salat kann man mit Mulchfolie oder Strohmulch, wie Erdbeeren, vor Nässe und Welke schützen, denn er muss nach jedem Gießen oder Regen gut abtrocknen.

Tipps für Erhalter

  • Falls im Sommer der Samen nicht keimen will, dann legt man vor der Aussaat den Samen drei bis fünf Tage in den Kühlschrank.
  • Salat blüht über vier Wochen lang, infolgedessen reifen auch die Samen nach und nach ab. Einerseits sollte man warten, bis die Samen von alleine ausfallen, weil sie dann optimal trocken und ausgereift sind, anderseits kann man dann allerdings schlecht die gesamte Ernte einbringen, weil eben ein Teil unbemerkt ausfällt. Wenn ca. 2/3 des Samens erntereif sind, dann kann man die gesamte Salatpflanze ausrupfen und kopfüber über eine Wanne oder Tuch den Samen abrieseln lassen.
  • Am Einfachsten und ohne Hilfe schossen Pflück- und Bindesalate. Hingegen sollte man feste Kopfsalate oder Eissalate zur Hälfte bis zu zweidrittel köpfen. Dann können die Blütenverzweigungen besser durchstoßen und sich entfalten.
  • Die Blüte von Salat ist einerseits durch die Tageslänge gesteuert, anderseits aber auch stark durch hohe Boden- und Lufttemperatur, als auch Wasserverfügbarkeit
  • Samen von zu früh geschossenen Salaten ergeben immer noch einen passablen "Wintersalat", wie Feldsalat.
  • Handebestäubung ist bei Salat sehr schwierig durchzuführen. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen, um die fertilen Pollen von den Blüten zu waschen. Salat ist vormännlich, d.h. der Pollen ist vor der Narbe geschlechtsreif. Die Narben kringeln sich nach erfolgter Bestäubung, bzw. wenn sie am abwelken sind. Das ist bei den kleinen Blüten schwer mit bloßem Auge erkennbar.
  • Die Gene, für Schossfestigkeit, als auch für Samen und Blattfarbe sind bekannt, manche davon sind rezessiv, andere wiederum dominant (DEPPE, 2000). Wer also Farben von Kreuzungen beobachtet wird schwer ein Muster herauszählen können. Immerhin zeigt sich die Anthocyan-Bildung bereits am Keimling, so dass man rechtzeigt Pflanzen ggf. verwerfen kann.

>> Zurück zur Famile Asterngewächse