Gemüse und mehr

Allgemein bekanne Gemüse

  • Keine bekannt

Gemüse mit Entwicklungsbedarf oder für den Klimawandel

  • Bachbunge (Veronica beccabunga)
  • Breitwegerich, es gibt sogar Sorten, wie 'Rubrifolia' und 'Variegata' (Plantago major)
  • Hirschhorn-/Schlitzblättriger Wegerich (Plantago coronopus)
  • Krähenfußwegerich (Plantago weldinii; syn. Plantago weldinii ssp. coronopus)
  • Spitz- /Schlangenwegerich (Plantago lanceolata)

Gründüngepflanzen

  • Mittlerer /Silberhaar Wegerich (Plantago media) hat die schönsten Blütenstände

Einjährige Arzneipflanzen für Jauchen, Tees und Beizen

  • Brahmi, Gedächtnispflanze (Bacopa nonnierie)
  • Ehrenpreis (Veronica officinalis)
  • Flohsamen (Plantago ovata; syn. P. psyllium, syn. P. indica)

Beikräuter, Heilkräuter – Unkräuter, invasive Kräuter aus aller Welt

Im Rasen werden sowohl Breit- als auch Spitzwegerich als Unkraut angesehen.

Zierpflanzen aus der kompletten Wegerichfamilie

  • Bartfaden (Penstemon )
  • Fingerhut (Digitalis )
  • Königskerzen (Verbascum )
  • Löwenmäuler (Antirrhinum )
  • Schild-/Schlangenblume (Chilone )
  • Zimbelkraut (Cymbalaria )

Wegerichgewächse

Kultur- und (noch zu vollbringende) Domestikationsgeschichte mit Hinweisen zu verbreiteten Inhaltsstoffen, Düngung und alchemistische Gedanken

Es ist schon erstaunlich, dass die Menschen im Abendland aus den Wegerichen keine klassische Gemüsepflanze formten, wo sie doch allgegenwärtig sind, sich nahezu auf jedem (Lebens-)Weg und zu jeder Jahreszeit aufdrängen. Viel häufiger wurden sie offizinell (also medizinisch) und nicht einmal als Wildgemüse genutzt. Hingegen haben sowohl Asiaten (Chinesen, Koreaner) als auch Indianer Wegerichgewächse in ihre Nahrungspalette eingebaut.

Es gibt verschieden Chlorophylle (fast so ähnlich, wie es verschiedene Blutgruppen gibt). Sie unterscheiden sich in dem Lichtspektrum, welches sie verwerten und beeinflussen so das Aussehen, sozusagen den Grüngrad. Die meisten Gemüsepflanzen arbeiten mit Chlorphyll a (blaugrün) und Chlorphyll b (gelbgrün) zusammen. Chlorphyll c und d kommt in verschiedenen Algen zur Energiegewinnung. Daneben gibt es noch Bakterienchlorphylle.

Von den Hauptnährstoffen habe ich fast alle bei den bisher vorgestellten Pflanzenfamilien besprochen: fehlt noch das ebenfalls essentielle Magnesium. Das Magnesium nimmt die Stelle des Zentralatoms im grünen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll ein. Zwar wurde Chlorophyll -mit der chemischen Summenformel C55H72O5N4Mg- erstmalig in Flechten, einem Symbiosewesen (Pilze kooperieren mit chlorophyllbildenden Algen) und nicht im Wegerich nachgewiesen, ich stelle es aber bei den Wegerichgewächsen mit vor, da diese aufgrund ihrer unscheinbaren Blüten vollständig grün wirken und mit ihren 3 bis 7 parallelen Hauptblattnerven sie den ewig grünen Gräsern sehr ähnlich sehen.

Photosynthese biologisch gesehen ist eine Redoxreaktion, d.h. es finden sowohl energiegewinnende Reduktions-, als auch energieverbrauchende Oxidationsvorgänge statt. Deswegen wird die Photosynthese auch in die Schritte Licht- und Dunkelreaktion aufgeteilt. Die klassische Formel, welche ich für die Pflanzenwelt gelernt habe lautet: CO2 + 2H2O >Energie> C6H12O6 + 2O2 + H2Das Wasser dient bei dem Prozess als mildes Reduktans. Die Produkte sind Zucker und Sauerstoff. Das Wasser ist sozusagen ein durchlaufender Faktor (in Wirklichkeit wird das Wasser zerlegt und wieder neu zusammengebaut).

Obwohl sowohl Brennnessel, Petersilie als auch Grünkohl fast die doppelte Menge an Blattgrün ausbilden, wird das Chlorophyll heute vorwiegend aus Spinat gewonnen X) . Stichwort "Smoothy". Das meiste industriell gewonnene Blattgrün wandert allerdings als Lebensmittelfarbstoff E140 in unzählige Produkte, von Waldmeister-Wackelpudding bis zu grünen Nudeln.

Laut einer im Internet gelesenen Aussage soll Chlorophyll als "Superstar" sogar das Verhalten der Gene positiv beeinflussen (gute Epigenetik). Die Seite bleibt leider den wissenschaftlichen Beweis, bzw. Quelle zu dieser Behauptung schuldig X). Seriöse Wissenschaftler haben aber einen Zusammenhang zwischen dem Chlorophyllgehalt in der Nahrung und negativen Mutationen festgestellt, d.h. das Blattgrün hat offensichtlich einen Schutzeffekt und wirkt somit antikanzerogen X) X) (krebshemmend).

Trotzdem oder gerade deswegen sind die 'Könige der Wege' für mich der Inbegriff des gebündelten Lebens.

Einer genialen Symbiose verdanken wir die Photosynthese: Bereits im Jahr 1905 formulierte MERESCHKOWSKI die These, dass die Blattgrün bildenden Chloroplasten ursprünglich mal selbständige Bakterien waren (ähnlich den mit den Flechten kooperierenden Cyanobakterien), die sich zu beiderseitigen Vorteil mit Urpflanzen verbündeten. Erst 1970 wurde dies von weiteren Wissenschaftlern entgültig bestätigt. Der von MERESCHKOWSKI geprägte Begriff "Symbiogenese" wurde durch die "Endosymbiontentheorie" ersetzt und betonte damit meiner Ansicht nach die mehr oder weniger gewaltvolle Inkorporation, d.h. feindliche Übernahme der Chloroplasten-Bakterien durch die Urpflanzen. Tja, der Begriff entstand im kalten Krieg, d.h. die Vorstellung von freiwilliger Aufgabe der Selbständigkeit eines Lebewesens war nicht allgegenwärtig.

Und deswegen verdient diese Pflanzenfamilie, dass ich an dieser Stelle die auf dem Chlorophyll basierende Photosynthese vorstelle, welche wiederum nur aufgrund der speziellen Eigenschaften des Magnesiums funktioniert:
Die Photosynthese ist der Prozess, in welchem jede Pflanze Sonnenenergie in chemisch verwertbare Energie zum Aufbau aller primären und sekundären pflanzlichen Stoffe, seien es Zucker, Fette oder ätherische Öle umwandelt. Sie ist somit die energieaufbauende Grundlage für alles folgende Leben, welches seine Energie aus oxidativen Verbrennungsvorgängen zieht, z.B. die in unseren menschlichen Zellen.

Für mich ist Magnesium somit das Vehikel für die Energie. Es trägt (esoterisch betrachtet) maßgeblich dazu bei, die Energie zu verlangsamen und damit zu materialisieren (E=mc2)!

Auch im menschlichen Körper dient es als Transporteur, denn es ist notwendig für eine fehlerfreie nervliche Signalübertragung. Die homöopathischen Mittel Magnesium Carbonicum und Magnesium Phosphoricum werden bei Energielosigkeit, d.h. Ausgebranntsein, Stress und Muskelverkrampfungen (z.B. auch den Krämpfen beim prämenstrualen Syndrom) eingesetzt. Vielleicht beruht hier die Wirkung darauf, dass in unserem Körper eine übermäßige, restlos alles auszehrende Verbrennung gebremst wird?

In der Alchemie gibt es die zwei Grundarbeitstechniken "solve et coagula" (löse und binde). Das Magnesium katalysiert die Bindung, während Sauerstoff die Verbrennung, also die (Auf-)Lösung bedingt. Das chemisch sehr reaktionsfreudige Magnesium hat dabei eine so große Affinität zum Sauerstoff, dass es sich sogar selbst entzündet, wenn es etwa Späne oder Folien mit großer Oberfläche (also genügend Kontakt zur Luft) hat. Wenn es brennt, dann leuchtet es so hell wie die Sonne, und wird fast so heiß (3000°C) wie die Sonnenflecken auf ihrer Oberfläche (4500°C ± 500C X)), als ob es all deren Energie gespeichert hätte und dann wieder freisetzte. Das dabei entstehende Magnesiumoxid (MgO), das sogenannte totgebrannte Magnesium, ist wiederum so feuerbeständig, dass Hochöfen mit ihm als Schutzstein ausgekleidet werden.

Nach HAUSCHKA (1946) ist Magnesium mit dem Neuanfang, dem Samenkorn und dem nahenden Frühling verbunden, denn es ist dasjenige Element, welches das Wesen Pflanze benötigt, um den Winter zu überdauern. Es hilft ihr im winterlichen Pflanzenschlaf, neue Eigenschaften im Samen-Informationsträger zu konsolidieren, sozusagen als Erkenntnis- und nicht nur als Energiesammler, so schreibt Hauschka: "Im Dezember hingegen, wenn die Sonne im Schützen steht hat die Pflanze fast alles Physisch-Lebendige abgestreift. Nur mehr ein kleines, fast mineralisches Samenkorn ist übriggeblieben. Ihr [das pflanliche] Wesen aber webt in den lichtvollen Höhen der Ideenwelt". Meint HAUSCHKA (1946) damit, dass sich über das Magnesium als Vermittler in der Pflanze die Schöpfung manifestiert? Ist diese kreative Ideenwelt im Kern unserer Galaxie zu suchen, wohin unser Blick gelenkt wird, wenn wir zum Sternbild Schütze aufschauen?

Wir sollten jedenfalls allen Pflanzen mit Dankbarkeit begegnen, denn sie sind die ersten Wesen, die es geschafft haben, ohne selbst zu verbrennen, die überall verfügbare pure Sonnenenergie nutzbar zu machen: Was für ein göttliches Wesen! Nicht wir Menschen haben uns das echte, energetische ewige (Sonnen-) Feuer umweltfreundlich dienstbar gemacht, nein, es sind die grünen Bewohner dieses Planeten. Wir sind nur in der Lage, es zu verzehren, zu verbrennen, z.B. bei der eigenen Verdauung. Selbst die Nutzung der Fotovoltaik ist nur ein ganz schwacher Abklatsch dessen, was Pflanzen seit Jahrmilliarden vollbringen X).

Den weltweit vorkommenden Wegerichen müssen wir auch dafür danken, dass sie uns die heilenden Iridoidglycosid (=Iridoide) synthetisieren. Diese Stoffgruppe wird zwar in vielen verschiedenen Pflanzenfamilien gebildet und gehört zu den Monoterpenen, aber das Aucubin und Catalpol, welches kühlend, entzündungshemmend, wundheilend und als Antidot (Gegengift) wirkt, produzieren die Wegeriche in verwertbaren Mengen.

Ihre klassische Anwendung finden die beiden Stoffe in der Lungenheilkunde gegen einfachen Husten bis zur Lungenentzündung (Affinität zur Lunge und damit zum Sauerstoff!). In Verbindung mit Schleimstoffen und Allantoin beruhigen sie gereizte Luftwege, gerötete Augen, lindern Juckreiz und sind ein hervorragend antiseptisches Mittel bei Mückenstichen bis hin zu Schlangenbissen X).

Kräuterpfarrer KÜNZLE (2007) meint deswegen: "Den Wegerich hat der liebe Gott an allen Wegen gestreut, in alle Wiesen und Raine gesetzt, damit wir ihn stets zur Hand haben, denn er ist unstreitig das erste, beste und häufigste aller Heilkräuter."  

Gedanken zur Fruchtfolge

In der Literatur gibt es sehr wenige Hinweise für eine sinnvolle Fruchtfolge. Hegi empfiehlt den Anbau von Spitzwegerich nach Klee, also einer Leguminose. Vielleicht ausgehend von der Beobachtung, dass Spitzwegerich sich gerne und lange in Kleeansaaten behauptet und auch den Schnitt gut verträgt. Puccinia cynodontis, ein Rostpilz, kann sich von infizierten Süßgräsern auf Wegeriche übertragen X) . Daraus läßt sich aus pflanzenhygienischer Sicht ableiten, dass Süßgräser wie etwa Hafer oder Mais nicht vor oder nach Wegerichen angebaut werden sollten. Im Allgemeinen denke ich aber, dass diese Familie die Fruchtfolgemöglichkeiten erweitert und somit eher günstig auf die Bodengesundheit allgemein wirkt. Unter Breitwegerichblättern finden sich Tiere, die Feuchtigkeit lieben, sowohl Nacktschnecken als auch Regenwürmer. Die Pflanzen schaffen es immer noch, an Wasser zu kommen und es zu bewahren, wenn um sie herum alles andere Grün darbt.

Botanik, Blütenökologie und Bestäuber

Blütenformel: ↓K(4),(5) & C(5)A(4)G(2)

Zu den Plantaginaceae werden seit knapp 20 Jahren die Ehrenpreis- und die Braunwurzgewächse gezählt, d.h die Familie unterteilt sich in viele Stämme, u.a. die für uns interessanten Plantagineae, Veronicaecea und Scrophularieae. Sie sind weltweit und in jeglichem Klima mit überwiegend krautigen und wenigen verholzenden Pflanzen anzutreffen.

Die hier genannten botanischen Merkmale treffen auf den Stamm der Wegeriche im Speziellen zu:

Ihr charakteristisches Erkennungsmerkmal sind die Blätter mit den parallel verlaufenden 3 bis 7 Hauptnerven, die sie fast wie Monokotyledonen aussehen lassen.

Die von uns vornehmlich als Wildgemüse genutzten Wegeriche bilden Rosetten, d.h. grundständig angeordnete Blätter. Ihre Blütenstängel sind unverzweigt und den Blütenstand nennt man Ähren. Alle Wegeriche können allein mittels Wind- und Selbstbestäubung überleben.

Trotzdem bietet der Spitzwegerich, wie Heeger beobachtet hat, zahlreichen Insekten Pollennahrung an, u.a. Käfern, Ameisen, Hummeln und Schwebfliegen.

Die in der Ähre wirtelig angeordneten Einzelblüten besitzen 4 Blüten-, 4 Kelch- und 4 Staubblätter.

In meinem ROTHMALER (1994), S. 487 wird noch darauf hingewiesen, dass eine neue botanische Gliederung der Arten notwendig sei:

"Bei den variablen, kosmopolitischen verbreiteten Unkräutern P. major und P. lanceolata sowie den schwierigen introgressiven P. maritima und P. coronopus-Komplexen steht eine gründliche geographische-morphologische und experimentelle Untersuchung noch aus, so daß die vorgeschlagene Gliederung nur ein Provisorium darstellt."

Er führt folgende Bastarde, also Kreuzungen auf:

  • Plantago major x P. media
  • Plantago lanceolata x P. media

Es wäre höchst interessant, von gut beobachteten weiteren Hybriden zu erfahren, vielleicht wären möglich:

  • Plantago major x P. asiatica
  • Plantago coronupus x P. weldinii

Techniken zur Kreuzung, Bastardisierung, Hybridisierung

  •  Bisher nicht relevant

Signatur

Grünkraft, Magnesium und Wegeriche: Das passt einfach! HAUSCHKA (1946) meint, dass die feinstofflichen Qualitäten von Magnesia über den Himmelsauschnitt Schütze vermittelt würden.

Planet: alle alten Planeten

Farbmagie: grellweiß, grün wie das Leben, maigrün

Schlüsselzahlen: 4, 8

Themen: Viereck, kantig, 4 Jahreszeiten, Wintervorrat, ausgewogen, abbremsen, entschleunigen

Bezug: Magnesium